Bildreihe


1. Römische Weiheinschrift
Die wichtigste römische Inschrift, die bisher im Gebiet des Kantons St.Gallen entdeckt wurde. Sie stammt aus Kempraten/Jona und nennt zwei römische Soldaten, die - von Vindonissa abkommandiert - hier wohl die Aufsicht über Verkehr und Warenumschlag hatten.

2. Lateinischer Klassiker (um 380/400)
Blatt aus dem Vergilius Sangallensis. Fragmente aus einer um 380/400 im spätantiken Rom geschriebenen Vergil-Ausgabe. Der älteste in St.Gallen befindliche Text (Stiftsbibliothek, Cod. 1394).

3. Biografie (vor 700)
Die Vita vetustissima ist die älteste Lebensbeschreibung des heiligen Gallus, verfasst grösstenteils im 7. Jahrhundert, kurz nach dem Tod von Gallus. Der älteste in St.Gallen und Umgebung verfasste Text, in der einzig erhaltenen rätischen Abschrift aus dem 9. Jahrhundert. 2006 wurde sie vom Kanton Zürich dem Kanton St.Gallen und der Stiftsbibliothek geschenkt - anlässlich der Beendigung des Kulturgüterstreits.

4. Schenkungsurkunde (744)
Die alemannische Adelige Beata verkauft 744 zahlreiche Besitzungen in der Ostschweiz an das Kloster St.Gallen, um eine Reise nach Rom zu finanzieren. Die Alemannin aus der Ostschweiz reist in den lateinischen Süden (Siftsarchiv St.Gallen, Urk. Bremen 2).

5.Sequenzen (Mitte 11. Jahrhundert)
Von den Sequenzen des St.Galler Mönchs Notker Balbulus gibt es verschiedene Abschriften; besonders schön ist Codex 376 der Stiftsbibliothek. Einige Sequenzen Notkers (etwa Sancti spiritus assit nobis gratia) wurden vom 10. Jahrhundert bis zum Konzil von Trient Mitte des 16. Jahrhunderts in ganz Europa gesungen.

6. Chronik (11.Jahrhundert)
Im berühmten Liber Aureus Fabariensis findet sich eine Beschreibung der Auseinandersetzung zwischen dem Kloster Pfäfers und dem Basler Bischof während des Investiturstreits - verfasst in gutem Latein. Gleichzeitig ist der Bericht die älteste Klostergeschichte von Pfäfers und hat eine äusserst spannende Rezeptionsgeschichte (Stiftsarchiv Pfäfers, Cod. Fab. 2, fol. 33r.).

7. Kaiserurkunde (1231)
Kaiser Friedrich II. beurkundet in einer Goldenen Bulle die Verpflichtungen, die er bei der Übertragung der Klostervogtei St.Johann im Thurtal übernommen hat (Stiftsarchiv St.Gallen, Urk. PP4 D3).

8. Donatorenbuch (1615)
Jakob Studer (1574-1622), der zweite Gründer der Stadtbibliothek St.Gallen, legte 1615 für die Bibliothek ein Donatorenbuch an und eröffnete es mit einigen lateinischen Versen (Vadianische Sammlung Ms. 10, 18v).

9. Theaterprogramm (1661)
Lateinisch-deutsches Programmheft des Theaterstücks Sanctus Othmarus, das 1661 von St. Galler Mönchen und Klosterschülern aufgeführt wurde. Verfasser war der St. Galler Mönch Athanasius Gugger (1608-1669), ein Rheintaler.

10. Brief (1708)
Ein Brief Ludwigs XIV. an den St.Galler Abt aus dem Jahr 1708. Das Original ist in französischer Sprache verfasst, der damaligen Verkehrssprache adliger Kreise. Weil im Kloster St.Gallen nur wenige Französisch konnten, wurde der Brief übersetzt - natürlich ins Lateinische (StiASG, Rubr. 4, Fasz. 2).

11. Zeitgenössisches Latein (1977)
Dr.iur. Dr.phil. Hary C. Schnur (1907-1979) war geistvoll, witzig, gebildet - und ein begnadeter lateinischer Dichter und Übersetzer. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in St.Gallen. 1977 veröffentlichte er den Pegasus Claudus, der eine bunte Auswahl seiner Arbeiten bietet.


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