Die MASCLUS-Wandkritzelei

Im Jahr 1946 wurde ein Nebengebäude der römischen Villa von Rapperswil-Jona, Wagen-Salet vollständig ausgegraben. Im Keller des abgebrannten ehemaligen Wohnhauses lagen Fragmente von Wandmalereien, die stilistisch in das frühe 3. Jahrhundert zu datieren sind. Bei der Bergung wurde eine Wandkritzelei gefunden, die nie fertiggestellt worden war: MASCLUS PERMISIT NATO TRAN ("Masclus hat seinem Sohn erlaubt, hinüber...").



Die Formulierung könnte darauf schliessen lassen, die Kritzelei stamme vom Sohn des Masclus. War Masclus ein Bewohner der Villa oder jemand aus dem nahen Dorf Kempraten? Sollte mit der Kritzelei jemand charakterisiert oder verspottet werden? Wollte der Schreiber einen Hexameter-Vers formulieren? Weshalb wurde die Kritzelei nie fertiggestellt?

Wie hätte die endgültige Formulierung lauten sollen? TRAN[ARE]? TRAN[S LACUM NATARE]? TRAN[SCRIBERE VERSUM]? Offene Fragen, über die sich spekulieren lässt.